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    T +43 (0)5 7680 83 - 1320
    E-Mail

    Zurück 20. Oktober 2026

    Folgen des geplanten Unibudgets für den Gesundheitsstandort Oberösterreich

    Nach 12 erfolgreichen Jahren ist der weitere Aufbau der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz gefährdet. Er könnte dem aktuellen Sparbudget für die Universitäten zum Opfer fallen.

    Während der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode der Universitäten (2028–2030) läuft die Art. 15a B-VG-Vereinbarung zur Finanzierung und zum Aufbau der Medizinischen Fakultät mit Ende 2028 aus. Gleichzeitig beginnt die zweite Aufbauphase, deren inhaltliche Ausgestaltung bereits 2025 mit dem Wissenschaftsministerium verhandelt wurde. Eine verbindliche Finanzierungszusage für die Jahre 2029–2030, einschließlich der erforderlichen zusätzlichen Mittel, steht jedoch bislang aus. Die Sicherstellung dieser Anschlussfinanzierung ist von entscheidender Bedeutung, um die geplante Weiterentwicklung von Forschung und Lehre sowie den weiteren Ausbau der Universitätsmedizin am Kepler Universitätsklinikum nachhaltig gewährleisten zu können. Ohne ausreichende finanzielle Absicherung der Medizinischen Fakultät steht sowohl die Entwicklung der medizinischen Ausbildung mit jährlich 330 Studienplätzen als auch die langfristige Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Spitzenversorgung durch das Kepler Universitätsklinikum auf dem Spiel.

    Die JKU setzt sich für die konsequente Fortführung des mit dem Wissenschaftsministerium bereits im Vorjahr abgestimmten Aufbaupfads der Medizinischen Fakultät ab 2029 – also nach Ende des Aufbaupfads der Art. 15a B-VG Vereinbarung im Jahr 2028 – ein. Für die dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode 2028-2030 sind dafür zusätzliche Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro (für die Jahre 2029 und 2030) unbedingt erforderlich.

    Entscheidung über Finanzierung ist Entscheidung über die Zukunft der Universitätsmedizin in Oberösterreich

    Die JKU schlägt vor, diese Mittel vorab zweckgebunden und aufbauend auf der bestehenden Art. 15a B-VG-Vereinbarung über einen eigenen Sonderfinanzierungspfad bereitzustellen. Damit soll die notwendige finanzielle Grundlage geschaffen werden, um den weiteren Ausbau der Medizinischen Fakultät planbar und nachhaltig fortzusetzen.

    Die Entscheidung über die Finanzierung ist zugleich eine Entscheidung über die Zukunft der Universitätsmedizin in Oberösterreich. Sie bestimmt maßgeblich, ob die spitzenmedizinische Versorgung, die klinische Forschung und die Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte langfristig gesichert und gezielt weiterentwickelt werden können.

    Bislang wurde die Medizinische Fakultät der JKU – anders als die Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz – auf Basis einer eigenen Art. 15a B-VG Vereinbarung und damit unabhängig vom Globalbudget der öffentlichen Universitäten finanziert. Die darin vorgesehenen Finanzierungsansätze sind bis 2028 festgelegt. Nach Auslaufen des bisherigen Budgetpfads ist eine budgetäre Weiterentwicklung im Rahmen einer zweiten Aufbauphase erforderlich. Der gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium ausverhandelte weitere Entwicklungsschritt ab 2029 soll sicherstellen, dass die Medizinische Fakultät den steigenden Anforderungen an Forschung und Lehre sowie dem weiteren Ausbau des Angebots der Universitätsmedizin gerecht werden kann. Nur ein eigener, zweckgebundener Finanzierungspfad schafft die notwendige Planungssicherheit, um die Medizinische Fakultät als bewusst schlanke, ressourceneffiziente und leistungsfähige Struktur innerhalb der Universität konsequent weiterzuentwickeln. Dieses effiziente Organisationsmodell vermeidet Doppelstrukturen und ermöglicht den gezielten Einsatz der verfügbaren Mittel für Forschung, Lehre und Universitätsmedizin.

    Dementsprechend sieht das Regierungsprogramm explizit vor: „Die Medizinische Fakultät Linz soll – nach Auslaufen der 15a-Vereinbarung 2028 – weiterbestehen und nach inhaltlicher Bewertung der Evaluierung weiterentwickelt werden.“

    „Die Medizinische Fakultät befindet sich mitten im Aufbau. Nur eine gesicherte Finanzierung ermöglicht es, weitere Lehrstühle zu besetzen, Forschungsprojekte und klinische Studien planmäßig fortzuführen und die qualitätsvolle Ausbildung der nächsten Ärzt*innengeneration weiterzuentwickeln. Die dafür erforderlichen Mittel dürfen dabei nicht zulasten des regulären JKU Budgets oder anderer Fakultäten gehen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz.

    „Eine zweite Aufbauphase nach 2028 ist dringend notwendig, damit sich die Medizinische Fakultät Linz als wettbewerbsfähige universitäre Einrichtung weiterentwickeln kann“, betont Mag.a Dr.in Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin und Dekanin der Medizinischen Fakultät der JKU. „Nationale und internationale Evaluierungsgremien bestätigen den äußerst erfolgreichen Aufbau und das große Potenzial für den Gesundheitsstandort Oberösterreich. Das effiziente und transparente Finanzierungsmodell, die moderne Lehre und die fokussierten interfakultären Forschungsschwerpunkte sind österreichweit einzigartig und haben eine wichtige Vorbildfunktion. Es liegt in der Verantwortung des Bundes, durch langfristige finanzielle Stabilität die Voraussetzungen für einen kontinuierlichen Aufbau und eine nachhaltige Weiterentwicklung der Fakultät zu schaffen“.

    Klinische Lehrstühle verbinden Forschung, Lehre und Versorgung

    Der klinische Bereich der Medizinischen Fakultät wird von den Universitätskliniken des Kepler Universitätsklinikums getragen und ist damit unmittelbar mit der spitzenmedizinischen Versorgung in Oberösterreich verbunden. JKU und Kepler Universitätsklinikum haben bereits gemeinsam 16 klinische Lehrstühle aufgebaut. Bis 2039 sollen insgesamt 35 Abteilungen des Kepler Universitätsklinikum universitär besetzt sein.

    Die zweite Aufbauphase der Medizinischen Fakultät, deren inhaltliche Ausgestaltung für den Zeitraum 2029–2039 bereits 2025 mit dem Wissenschaftsministerium ausverhandelt wurde, sieht für die kommende Leistungsperiode 2029–2030 unter anderem die Einrichtung von vier weiteren Lehrstühlen sowie den Aufbau von rund 50 zusätzlichen Stellen für medizinisches Fachpersonal (Ärzt*innen, Pflegepersonal und Angehörige der medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe – MTD) vor. Dieser Lehrstuhl- und Personalaufbau ist dringend erforderlich, um Lehre, Forschung und klinische Versorgung im geplanten Umfang und in der vereinbarten Qualität nachhaltig weiterzuentwickeln und sicherzustellen.

    Ein wesentliches Element dieser für die Fakultät und das Kepler Universitätsklinikum wichtigen Entwicklungsphase ist darüber hinaus die Etablierung eines nachhaltigen klinischen Karrieremodells für Ärzt*innen, das ihnen ermöglicht, Forschungs- und Lehrtätigkeiten als integralen Bestandteil ihrer Dienstzeit wahrzunehmen und damit die Verknüpfung von klinischer Versorgung, Forschung und Lehre langfristig zu stärken.

    „Nur eine langfristig gesicherte Finanzierung schafft die Voraussetzung, qualifizierte Ärzt*innen zu gewinnen und zu halten, neue Therapien frühzeitig für Patient*innen zugänglich zu machen und die 330 Studienplätze und somit den Aufbau des medizinischen Nachwuchses dauerhaft abzusichern“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Meinhard Lukas, Geschäftsführer Kepler Universitätsklinikum. „Nach der mehr als großzügigen Anschubfinanzierung der Medizinischen Fakultät durch das Land Oberösterreich, muss jetzt endlich der Bund seiner gesetzlichen Finanzierungsverantwortung für die medizinische Lehre und Forschung in Oberösterreich zur Gänze gerecht werden.“

    Jährlich 330 Studienplätze leisten einen elementaren Beitrag zur Versorgungssicherheit

    Innerhalb von nur zwölf Jahren wurden in Linz jährlich 330 Studienplätze aufgebaut – ermöglicht durch die enge Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät und dem Kepler Universitätsklinikum.
    „Mit einer enormen Kraftanstrengung ist es gelungen, die Zahl der Studienplätze in kurzer Zeit von 60 auf 330 zu erhöhen. Die hohe und vielfach ausgezeichnete Qualität der Lehre verdanken wir insbesondere dem großen Engagement unserer Ärzt*innen, von denen mehr als 70 Prozent am Kepler Universitätsklinikum tätig sind. Derzeit schließen jährlich rund 200 Studierende ihr Medizinstudium in Linz ab. Etwa 75 Prozent von ihnen beginnen ihre ärztliche Ausbildung in Oberösterreich und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der regionalen Gesundheitsversorgung. Unsere Patient*innen profitieren unmittelbar. Durch die Teilnahme an klinischen Studien erhalten sie Zugang zu neuesten Therapieansätzen und innovativen Behandlungsmöglichkeiten. Die Finanzierung der Linzer Medizinausbildung ist daher weit mehr als eine Investition in die Ausbildung zukünftiger Ärzt*innen: Sie ist eine dringend notwendige und nachhaltige Investition in die medizinische Spitzenversorgung Oberösterreichs“, betont Univ.-Prof. Dr. Bernd Lamprecht, Dekan für Lehre der Medizinischen Fakultät der JKU.

     Forschung stärkt Innovation und Wertschöpfung
    Eine leistungsfähige Universitätsmedizin ist nicht nur gesundheitspolitisch bedeutsam, sondern auch ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Klinische Forschung zieht hochqualifizierte Fachkräfte an, stärkt Kooperationen mit Unternehmen und schafft ein innovationsfreundliches Umfeld für Medizintechnik, Digitalisierung und Life Sciences. Der Ausbau von Lehrstühlen, Forschungsgruppen und klinischen Studien eröffnet zusätzliche Chancen für Investitionen, Arbeitsplätze und medizinische Innovationen – und stärkt damit Versorgung und Wertschöpfung gleichermaßen.

     „Klinische Forschung ist der Motor für medizinischen Fortschritt. Sie ermöglicht es, neue Diagnose- und Therapieverfahren frühzeitig zu prüfen und Patient*innen zugänglich zu machen. Den Forschungsnachwuchs zu fördern ist essenziell. Ohne ausreichende Finanzierung können unsere Forschungsförderungsprogramme wie das Advanced Clinician Scientist Program (ACSP) nicht gewährleistet werden. Wir brauchen den Nachwuchs, um Forschungskompetenz und nachhaltige Karieren langfristig am Standort zu sichern“, sagt Univ.-Prof. DDr. Wolfram Hötzenecker, Dekan für Forschung der Medizinischen Fakultät der JKU.

     „Ein eigener Sonderfinanzierungspfad für die Medizinische Fakultät ist entscheidend, damit wir das bewährte Linzer Fakultätsmodell auch in Zukunft erfolgreich weiterführen können. Zugleich muss klar sein: Das Budget für den weiteren Aufbau der Medizinischen Fakultät darf nicht in Konkurrenz zum Budget der JKU und insbesondere ihrer drei weiteren Fakultäten stehen“, betont Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruber, Senatsvorsitzender der JKU.

    Fazit und Forderung

    Die Medizinische Fakultät der JKU ist ein zentraler Baustein für die Gesundheitsversorgung, die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses sowie die Forschungs- und Innovationskraft Oberösterreichs. Damit der begonnene Aufbau planmäßig fortgeführt werden kann, braucht es für 2029 und 2030 zusätzlich 50 Millionen Euro. JKU und Kepler Universitätsklinikum fordern daher eine frühzeitige, verbindliche und zweckgebundene Finanzierungszusage des Bundes über einen eigenen Sonderfinanzierungspfad. Diese Mittel dürfen nicht zulasten des regulären JKU Budgets oder anderer JKU Fakultäten gehen. Nur mit dieser Planungssicherheit können die vorgesehenen Lehrstühle besetzt, Forschung und klinische Studien fortgeführt, 330 Studienplätze jährlich abgesichert und neue Therapien rasch in die Versorgung gebracht werden.

    Pressebild zum Thema

    V.li.: Andreas Gruber, Meinhard Lukas, Elgin Drda, Stefan Koch, Bernd Lamprecht, Wolfram Hötzenecker
    PK Folgen des geplanten Unibudgets für den Gesundheitsstandort Oberösterreich
    V.li.: Andreas Gruber, Meinhard Lukas, Elgin Drda, Stefan Koch, Bernd Lamprecht, Wolfram Hötzenecker
    © JKU
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