Am 11. November 2025 fand erstmals das Symposium Linzer Perspektiven – Primäre Lebertumore statt. Die neue interdisziplinäre Fachtagung widmet sich aktuellen Entwicklungen im Bereich hepatobiliärer Malignome und soll künftig jährlich als wissenschaftliche Plattform des Kepler Universitätsklinikums etabliert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen sowie Forschende kompakt, evidenzbasiert und auf höchstem Niveau mit den wichtigsten praxisrelevanten Neuerungen des Jahres 2025 zu versorgen.
Eröffnung und Einführung
Nach der Begrüßung durch den Ärztlichen Direktor des Kepler Uniklinikums, Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Stadlbauer, und die Vizerektorin der Medizinischen Fakultät Linz, Mag.a Dr.in Elgin Drda, eröffneten Priv.-Doz. Dr. Stefan Stättner und OÄ Priv.-Doz.in Dr.in Gudrun Piringer, der Initiator und die Initiatorin des Symposiums, die Veranstaltung. Sie gaben einen Überblick über das Konzept der Linzer Perspektiven und betonten die Bedeutung eines interdisziplinären Forums, das die gesamte Breite von Diagnostik, Therapie und Forschung abbildet.
Durch den gesamten Abend führte die Journalistin Dr.in Christine Haiden. Das Symposium bot in konzentrierter Form einen Überblick über den aktuellen Stand der Diagnostik, Therapie und Forschung – vom molekularen Verständnis bis zur operativen Versorgung. Gleichzeitig stellte es eine ideale Plattform für Austausch, Diskussion und Vernetzung zwischen Klinik, Forschung und Zuweisenden dar.
Wissenschaftliche Vorträge
Die Vortragsreihe präsentierte neueste Erkenntnisse aus Pathologie, Radiologie, Onkologie, Hepatologie, Grundlagenforschung und chirurgischer Therapie.
- Radiologie – Bildgebung & Intervention OA Dr. Pierre Schmit eröffnete den wissenschaftlichen Teil mit einem Überblick über moderne radiologische Verfahren. Er stellte aktuelle Entwicklungen in der Kontrastmittel-MRT sowie neue interventionelle Behandlungsmethoden im Bereich der Lebertumore vor.
- Hepatologie – Leitlinien, Diagnostik & Biomarker OÄ Dr.in Nina Loschko beleuchtete die hepatologische Sicht auf maligne Lebertumoren. Zu ihren Schwerpunkten zählten Neuigkeiten aus den Leitlinien, moderne diagnostische Strategien sowie potenzielle Biomarker zur Verbesserung der Früherkennung.
- Pathologie & Molekulargenetik Univ.-Prof. Dr. Rupert Langer gab Einblicke in aktuelle Zahlen und Fakten zu Lebererkrankungen sowie in die neuesten Entwicklungen der pathologischen Diagnostik. Außerdem präsentierte er Fortschritte in der Molekulargenetik, die zunehmend Einfluss auf individuelle Therapieentscheidungen haben.
- Wissenschaftliche Grundlagenforschung – Signalwege & Immunmetabolismus Univ.-Prof. Dr. Alexander Moschen stellte Ergebnisse aus der aktuellen Forschung am Kepler Universitätsklinikum vor. Er zeigte auf, wie Erkenntnisse über zelluläre Signalwege, Immunmetabolismus und molekulare Mechanismen neue Perspektiven für zukünftige Therapien eröffnen.
- Onkologie – Therapieupdates & Kongresshighlights OÄ Priv.-Doz.in Dr.in Gudrun Piringer präsentierte ein kompaktes Update zur onkologischen Therapie primärer Lebertumore. Zudem gab sie einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse internationaler Kongresse und deren Bedeutung für die klinische Praxis.
- Chirurgie – Aktuelle OP-Zahlen & Versorgungstrends OA Dr. Giovanni Scotton stellte die aktuellen Operationszahlen des Leberzentrums vor und zeigte Versorgungsentwicklungen sowie Herausforderungen der zunehmenden Spezialisierung auf.
- Forschung, Projekte & strategische Zukunft Abschließend gab Priv.-Doz. Dr. Stefan Stättner eine umfassende Übersicht über laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte des Leberzentrums, Publikationen 2025 sowie über die zukünftigen wissenschaftlichen und strukturellen Ziele sowie internationale Kooperationen.
Abschließende Podiumsdiskussion
Den Höhepunkt des Abends bildete eine prominent besetzte Diskussionsrunde, die zentrale Herausforderungen des österreichischen Gesundheitssystems beleuchtete:
- Kostenentwicklung
- Organisation der Versorgung
- Patientinnen- und Patientenlenkung
- Strategische Bedeutung spezialisierter Zentren
An der Diskussion nahmen teil:
- Mag. Dr. Franz Harnoncourt – Geschäftsführer der Kepler Universitätsklinikum GmbH
- Prof. Gerald Pruckner – Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie an der Johannes Kepler Universität Linz
- Mag. Jakob Hochgerner – Leiter der Direktion Soziales und Gesundheit sowie der Abteilung Gesundheit des Landes Oberösterreich
- Dr.in Katharina Reich – Sektionschefin für „Öffentliche Gesundheit und Gesundheitssystem“ sowie Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
In der engagierten Diskussion wurde deutlich, wie wichtig koordinierte Versorgungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und spezialisierte Expertise für Patientinnen und Patienten sind.
Ausklang & Vernetzung
Bei einem abschließenden Buffet nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich interdisziplinär auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Gespräche aus den Vorträgen zu vertiefen.
Die positive Resonanz unterstrich den gelungenen Auftakt der Linzer Perspektiven und bestätigte den hohen Bedarf an einem solchen wissenschaftlichen Forum.
Das Symposium soll im Jahr 2026 fortgesetzt werden.