Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Nicht tastbare Tumore oder Mikroverkalkungen müssen vor chirurgischer Entfernung von Radiologinnen und Radiologen mit einem Draht markiert werden, um die Läsion intraoperativ aufzufinden. Im Jahr 2022 wurde am Kepler Universitätsklinikum die „Scout-Methode“ zur intraoperativen Lokalisierung von nicht tastbaren Läsionen bzw. Tumoren eingeführt – inzwischen wurden bereits 700 Tumormarkierungen dieser Art durchgeführt.
Beim „Scout-System“ handelt es sich um einen Reflektor in der Größe eines Reiskorns, der im Zuge einer Gewebeentnahme in den Brusttumor bzw. in die Läsionen eingesetzt wird. Dieser Scout-Clip wird dann während der Operation mit einer Sonde mittels Radarsignal, welches millimetergenau den Abstand zum Herd angibt, durch die Chirurgin bzw. den Chirurgen lokalisiert und entfernt.
Das Scout-System erleichtert die intraoperative Lokalisierung und somit Entfernung von nicht tastbaren Läsionen in der Mamma (Kalk, kleine Tumore, Clips) und ist so analog einer Drahtmarkierung zu sehen.
Vorteil der Clipmarkierung mit dem Scout-System ist eine zeitunabhängige Markierung (schon am Vortag) der geplanten OP und ein direkter Zugang zum Tumor während der Operation. Es resultiert insgesamt eine kürzere OP-Dauer. Ein weiteres Anwendungsgebiet liegt in der Markierung von Tumoren und Lymphknoten vor neoadjuvanter Chemotherapie. Auch hier wird der Tumor und etwaige befallene Lymphknoten vor Start der Chemotherapie markiert und der Patientin kann eine Markierung mit Draht nach abgeschlossener Chemotherapie sowie vor der eigentlichen OP erspart werden.
Vorteile der Scout-Methode:
„Das Scout-System erleichtert die Lokalisierung während der Operation, erspart der Patientin eine Drahtmarkierung vor der Operation und optimiert somit den Behandlungsablauf. Wir konnten die Scout-Methode an bereits über 700 Patientinnen erfolgreich anwenden“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Peter Schrenk, Leiter des Brustkompetenz Zentrums.