Die Hand ist das komplexeste Instrument des Menschen und eines der wichtigsten – im Alltag ist es notwendig, dass sie möglichst optimal funktioniert und keine Schmerzen verursacht. Verletzungen, Unfälle oder Erkrankungen können einen operativen Eingriff erfordern, um die Handfunktion wieder zu verbessern oder Schmerzen zu lindern.
Unfälle, Verletzungen oder Erkrankungen können zu einer starken Einschränkung der Handbeweglichkeit im Alltag führen. Insbesondere Verletzungen von peripheren Nerven resultieren oft in schmerzhaften oder funktionell einschränkenden Beschwerdebildern für die betroffenen Patientinnen und Patienten. Eingriffe an den peripheren Nerven im Hand- und Armbereich sind oft sehr komplex und verlangen detaillierte anatomische Kenntnisse sowie ein hohes Maß an Spezialisierung. Schließlich ist die menschliche Hand weit mehr als eine simple Greifvorrichtung. Sehnen, Gefäße und Nerven liegen hier auf engstem Raum zusammen und ermöglichen komplexe Bewegungsabläufe.
„Das Ziel der Plastischen Chirurgie und der Nervenchirurgie ist es, die durch Erkrankung, Unfälle, Tumore oder durch Fehlbildung geschädigte Form und Funktion der Hand wiederherzustellen oder zu verbessern. Ist ein Nerv in der Hand oder im Arm durchtrennt, kann dieser im Rahmen eines operativen Eingriffs wieder genäht oder oft auch mit einem körpereigenen oder fremden Nerv ersetzt werden. Die OP verläuft mit Hilfe eines Mikroskops und feinster mikrochirurgischer Techniken. Bei manchen Patientinnen und Patienten können Sehnenumlagerungen oder die Verpflanzung von Muskeln die verlorenen Funktionen wieder verbessern. Das Team der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie ist auf solche Hand- und Nervenchirurgische Eingriffe spezialisiert,“ erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Manfred Schmidt, Vorstand des Fachschwerpunkts für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.
Rund 300 Handchirurgeninnen und -chirurgen sowie Handtherapeutinnen und -therapeuten diskutierten kürzlich in Linz in einem großen österreichweiten Kongress klinisch bewährte Methoden der peripheren Nervenchirurgie sowie neueste Entwicklungen des Fachgebiets. Die Spezialistinnen und Spezialisten aus ganz Österreich spannen einen breiten Bogen – von Kompressionssyndromen über die Nervenrekonstruktion bis hin zu motorischen Ersatzoperationen. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag in der handtherapeutischen Nachbehandlung nach rekonstruktiven nervenchirurgischen Eingriffen.