Kathrin Koller begleitet als Hebamme im Kreißzimmer des Kepler Universitätsklinikums Familien in einem der bedeutendsten Momente ihres Lebens. Ihre Arbeit steht für Eigenverantwortung, Vertrauen und eine ganzheitliche Begleitung. Dabei erlebt sie jeden Tag aufs Neue, wie vielfältig ihr Beruf ist und wie wichtig Vertrauen und individuelle Begleitung für Familien sind.
„Für mich war bereits mit elf Jahren klar, dass ich Hebamme werden möchte. Mich haben die Verbindung von medizinischem Fachwissen, Eigenverantwortung und die Arbeit mit Menschen schon früh begeistert.
Der Weg in den Beruf war damals mit Herausforderungen verbunden: Ausbildungsplätze waren stark begrenzt und die Wartezeiten entsprechend lang. Schließlich absolvierte ich meine Ausbildung an der Hebammenakademie in Wien und sammelte erste berufliche Erfahrungen im damaligen AKh, wo es bis 2007 eine eigene Geburtenabteilung gab, die dann in die neue Frauenklinik eingegliedert wurde.
Nach einigen Jahren freiberuflicher Tätigkeit bin ich seit November 2019 Teil des Teams am Kepler Universitätsklinikum und bringe meine langjährige Erfahrung heute in die klinische Geburtshilfe ein.“
„Mein Arbeitsplatz ist die Geburtshilfe: Hier stehen acht Kreißzimmer, ein Not-OP sowie zwei Überwachungszimmer zur Verfügung. Gemeinsam mit meinen KollegInnen begleite ich täglich Frauen und Familien in unterschiedlichsten Situationen – von regulären Geburten über Einleitungen bis hin zu Frühgeburten oder komplexeren medizinischen Herausforderungen.
Ein besonderes Angebot am Kepler Universitätsklinikum ist die persönliche Geburtsbegleitung. Frauen können ihre Hebamme bereits während der Schwangerschaft kennenlernen und diese zusätzlich zur klinischen Betreuung zur Geburt mitnehmen. Dieses Angebot wird derzeit nur von drei Hebammen am Klinikum angeboten, zu denen auch ich gehöre. Dadurch entsteht eine besonders vertrauensvolle Beziehung, die vielen Familien Sicherheit, Kontinuität und individuelle Begleitung gibt.
Im Kreißzimmer arbeiten wir Hebammen in einem abgestimmten Rotationssystem und in festen Teams zusammen. Diese Struktur ermöglicht einen engen fachlichen Austausch und schafft eine verlässliche Zusammenarbeit im Alltag. Besonders schätze ich die Kombination aus Eigenständigkeit und Teamarbeit. Ich gebe außerdem mein Wissen an angehende Hebammen weiter und begleite sie während ihrer Ausbildung und beim Berufseinstieg.“
Besonders an meinem Beruf ist, dass ich Familien in einem der wichtigsten Momente ihres Lebens begleiten darf. Wenn ein neues Leben beginnt und Eltern ihr Kind zum ersten Mal kennenlernen, sind das jedes Mal sehr berührende Augenblicke.
Kathrin Koller
Darüber hinaus schätze ich die oft langfristige Begleitung von Familien. Von der Schwangerschaft bis über die Geburt hinaus entstehen vertrauensvolle Beziehungen, und man bekommt unglaublich viel zurück.
Gleichzeitig ist keine Geburt wie die andere. Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit. Genau diese Individualität macht meinen Beruf so spannend. Als Hebamme kann ich Frauen eigenverantwortlich begleiten und ihnen Sicherheit und Vertrauen vermitteln.
Auch die Vielfalt des Berufs begeistert mich bis heute: Keine Schicht verläuft wie die andere und man weiß nie genau, was einen erwartet. Diese Mischung aus Fachwissen, Verantwortung, Menschlichkeit und Abwechslung macht den Beruf der Hebamme für mich so besonders.“
„Nach fordernden Diensten finde ich meinen Ausgleich vor allem in Bewegung und in der Natur. Ich spiele Tennis, gehe laufen, bin beim Volleyball oder Faustball aktiv und verbringe gerne Zeit in meinem Garten.
Besonders gerne bin ich im Mühlviertel unterwegs, wo ich Kraft tanken und abschalten kann. Nach einem zwölfstündigen Nachtdienst steht aber auch Erholung auf der Couch am Programm. Manchmal ist es einfach schön, nach Hause zu kommen und den Tag ruhig ausklingen zu lassen.“