Im März 2024 kam Chaima Amdouni als eine der ersten internationalen Pflegekräfte aus Tunesien über eine Agentur an das Kepler Universitätsklinikum. Ihren beruflichen Weg begann sie als Pflegefachassistenz auf der Infektionsstation D3.2 der Universitätsklinik für Innere Medizin 4 – Pneumologie. „Ich wollte ein neues Gesundheitssystem kennenlernen, internationale Berufserfahrung sammeln und mich sowohl beruflich als auch persönlich weiterentwickeln“, erzählt Chaima Amdouni.
Die hohe Qualität der Pflege sowie die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen, bestärkten sie in ihrer Entscheidung für Österreich. Nach einem Jahr auf der Station begann sie im März 2025 die Nostrifizierung an der FH Oberösterreich. Bereits sechs Monate später schloss sie diese erfolgreich ab und arbeitet seit Anfang 2026 als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin auf ihrer Station. „Nach der Einarbeitung konnte ich rasch selbstständig arbeiten. Darauf bin ich sehr stolz.“
Die Integration verlief von Beginn an sehr positiv. Das Team nahm sie herzlich auf und unterstützte sie. Besonders dankbar ist sie ihren Kolleg:innen, der Pflegeleitung, der Pflegedirektion sowie den Lehrenden und der Direktion der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich. Herausforderungen gab es dennoch: „Vor allem die deutsche Sprache und der österreichische Dialekt waren am Anfang nicht einfach.“ Auch die Balance zwischen Praktikum, Lernen und Prüfungen während der Nostrifizierung erforderte viel Disziplin und Durchhaltevermögen.
Privat genießt Chaima Amdouni die Natur und erkundet gerne die vielen Seen und Regionen Österreichs. Auch Geschichte begeistert sie: Schlösser, Burgen und Museen zählen zu ihren bevorzugten Ausflugszielen. Für die Zukunft hat sie sowohl beruflich als auch privat klare Pläne. Nach ihrer Heirat möchte sie ihren Ehemann nach Österreich nachholen und langfristig hier leben. Beruflich strebt sie ein Masterstudium an, idealerweise im Bereich Advanced Nursing Practice mit Schwerpunkt Pneumologie, alternativ im Pflegemanagement.
Anderen internationalen Pflegekräften gibt sie einen klaren Rat mit auf den Weg: „Deutsch sollte man möglichst schon vor der Einreise gut lernen. Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration.“ Ebenso wichtig sind Offenheit, Geduld und die Bereitschaft, Fragen zu stellen. „Nicht aufgeben – mit Motivation und Ausdauer kann man hier viel erreichen.“