Das Kepler Universitätsklinikum setzt einen wichtigen Schritt im Opferschutz: Seit Jänner 2026 besteht am Med Campus eine Gewaltambulanz. Damit hat das Uniklinikum den Auftrag des Landes Oberösterreich, eine zentrale Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Menschen zu schaffen, umgesetzt. Ziel war und ist es, Betroffenen rasch und niederschwellig Hilfe anzubieten – unabhängig davon, ob eine Anzeige erfolgt.
„Mit der Gewaltambulanz haben wir eine zentrale Anlaufstelle für Opfer von Gewalt geschaffen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit und Prävention“, betont Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Stadlbauer, Ärztlicher Direktor des Kepler Universitätsklinikums. Die neue Einrichtung ist derzeit räumlich im Bereich der Unfallambulanz angesiedelt. Dort steht eine speziell ausgebildete Forensik Nurse zur Verfügung. Sie unterstützt Betroffene, arbeitet in enger Abstimmung mit einem Gerichtsmediziner bei der Spurensicherung und sensibilisiert das Personal im Umgang mit Gewaltopfern. Außerhalb ihrer Dienstzeiten übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fachambulanzen die Versorgung nach akuten Gewaltereignissen, womit eine 24/7-Erreichbarkeit gewährleistet ist.
„Die Gewaltambulanz ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von Gewaltopfern und ein klares Bekenntnis zu einer Gesellschaft, in der Gewalt keinen Platz hat. Sie verbindet medizinische Versorgung mit Prävention, Rechtssicherheit und Menschlichkeit – genau das brauchen Betroffene“, sagt Gesundheits- und Frauenlandesrätin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.
Die Gewaltambulanz arbeitet interdisziplinär: Neben der Unfallchirurgie sind auch Fachbereiche wie Gynäkologie, Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, Psychologie und Sozialarbeit eingebunden. „Unser bestehendes Gewaltopfer-Betreuungsteam bringt seine langjährige Erfahrung ein und wird die neue Gewaltambulanz maßgeblich mitgestalten“, erklärt Mag.a Monika Kern, Leiterin der Klinischen Sozialarbeit. Damit wird die Vorreiterrolle des Kepler Universitätsklinikums im Opferschutz weiter ausgebaut.
Die Aufgaben der Gewaltambulanz gehen über die Akutversorgung hinaus. Sie umfasst die gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung, die Beratung und Weiterleitung an Opferschutzeinrichtungen sowie die Schulung des medizinischen Personals. Langfristig soll die Einrichtung zu einem umfassenden Zentrum für klinisch-forensische Versorgung ausgebaut werden. „Unser erklärtes Ziel ist, dass Opfer von Gewalt am Kepler Universitätsklinikum bestmöglich betreut, beraten und behandelt werden“, sagt Stadlbauer.
Mit dieser Initiative setzt das Kepler Universitätsklinikum ein klares Zeichen für den Schutz von Gewaltopfern und die Umsetzung internationaler Standards wie der Istanbul-Konvention.