Fallbeispiel 1)
Bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) im November 2025 stellte Ass. Dr. Wasmayr einen besonderen Patientinnen-/Patientenfall aus dem Fachgebiet vor. Im Zuge dieses Fallberichts wurde eine seltene blasenbildende Autoimmunerkrankung diagnostiziert – ein Anti-p200-Pemphigoid mit Autoantikörpern gegen Laminin β4.
Die Patientin zeigte eine fortschreitende Blasenbildung mit Beteiligung der Schleimhäute, wobei übliche Laboruntersuchungen zunächst keine richtungsweisenden Befunde ergaben. Erst durch weiterführende, spezialisierte immunologische Analysen konnte die zugrunde liegende Ursache eindeutig identifiziert werden.
Der Fall verdeutlicht die große Bedeutung moderner und erweiterter Diagnostik bei unklaren Hauterkrankungen. Gleichzeitig zeigt er, wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die individuelle Versorgung einfließen können. Unter einer kombinierten immunsuppressiven Therapie konnte schließlich eine gute Kontrolle der Erkrankung erreicht werden.
Nicht zuletzt unterstreicht die Präsentation die enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnerzentren und den hohen Stellenwert von translationaler Forschung in der modernen Immundermatologie.
Fallbeispiel 2)
In ihrem Vortrag „Zwischen Haut und Blut - Antikörper im Einsatz“ am „Voralpenländischen DermatologInnennachmittag (VADN)“ präsentierte Ass. Dr.in Claudia Furtmüller ein Fallbeispiel einer Patientin / eines Patienten mit Sézary-Syndrom aus der Spezialambulanz der Immundermatologie am Kepler Universitätsklinikum Linz.
Ihr Vortrag zeigte eindrücklich, wie durch gezielte immunologische Diagnostik ein seltenes kutanes T-Zell-Lymphom erkannt und wie mittels moderner Antikörpertherapie mit Mogamulizumab eine leitliniengerechte Behandlung erzielt werden kann.
Die jährlich stattfindende Veranstaltung, organisiert von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, war heuer mit ca. 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Fachkreis der medizinischen Dermatologie und Venerologie besonders gut besucht. Das Programm beinhaltete wie immer spannende Fallpräsentationen nicht nur aus dem Kepler Universitätsklinikum, sondern auch aus dem Klinikum Wels-Grieskirchen, dem Ordensklinikum Linz Elisabethinen, dem Uniklinikum Salzburg und dem Universitätsklinikum St. Pölten.