Die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie am Kepler Universitätsklinikum wurde vom Bundesministerium für Gesundheit offiziell als nationales „Expertisezentrum (Typ B-Zentrum) für Seltene Colorektale Erkrankungen“ designiert. Die Entscheidung der Bundes‑Zielsteuerungskommission bestätigt die langjährige Spezialisierung, die strukturelle Qualität und die interdisziplinäre Versorgungskompetenz der Linzer Kinderchirurgie.
Damit zählt die Klinik nun zu jenen spezialisierten Einrichtungen in Österreich, die über umfassende Erfahrung in der Diagnose, Behandlung und langfristigen Betreuung folgender seltener Fehlbildungen verfügen:
Prim. Priv.-Doz. Dr. Simon Kargl, Vorstand der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, betont die Bedeutung der Akkreditierung: „Die Designation als nationales Expertisezentrum ist ein wichtiger Meilenstein für unser Haus und unser gesamtes Team. Sie bestätigt, wie entscheidend Spezialisierung, Erfahrung und interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Versorgung seltener Erkrankungen sind. Vor allem aber ist sie ein Signal an betroffene Familien, dass ihre Kinder bei uns die bestmögliche, wissenschaftlich fundierte und empathische Betreuung erhalten.“
Im Expertisezentrum werden Neugeborene, Kinder und Jugendliche umfassend begleitet: von der frühen Diagnose – manchmal bereits im Rahmen der pränatalen Abklärung – über komplexe chirurgische und konservative Behandlungen bis in die Wachstumsphase hinein. Ein multiprofessionelles Team aus Kinderchirurgie, pädiatrischer Neurochirurgie, Pflegeexpertise, Physiotherapie, klinischer Psychologie und weiteren Fachbereichen gewährleistet eine ganzheitliche Versorgung.
Besonders bedeutsam ist dabei die enge Verbindung zwischen kindlicher Colorektalchirurgie und neurochirurgischen Fragestellungen, da Fehlbildungen im Bereich des Rückenmarks auch die Darmfunktionen beeinflussen können. Durch strukturierte Abklärungswege, moderne Bildgebung und interdisziplinäre Entscheidungsprozesse wird eine frühzeitige und zielgerichtete Behandlung ermöglicht.
Mit der offiziellen Anerkennung als nationales Expertisezentrum wird der bereits eingeschlagene Weg strukturiert weitergeführt. Das Zentrum bietet:
„Seltene colorektale Erkrankungen begleiten Kinder oft ein Leben lang. Unsere Aufgabe ist es, sie und ihre Familien über viele Jahre hinweg zu unterstützen – von der Geburt über wichtige Entwicklungsphasen bis hin zum Übergang in die Erwachsenenmedizin. Die Akkreditierung stärkt unseren Weg und motiviert uns, unser Angebot weiter auszubauen und neue Qualitätsstandards zu setzen“, betont OÄ Dr.in Johanna Ludwiczek, die das Expertisezentrum maßgeblich mit aufgebaut hat und klinisch verantwortet.
Die Designation unterstreicht, wie bedeutend spezialisierte Behandlungspfade für seltene Erkrankungen sind – insbesondere, da diese im Kindesalter oft komplexe und lebenslang relevante Auswirkungen haben.